Du bist auf einem Klettersteig. Es kommen jetzt dann bald sehr ausgesetzte Stellen. Wichtig ist, dass du immer am Seil (Jesus) gesichert bist. Dies tust du mit Anbetung, Gebet und Bibelstudium. Wenn es dir gelingt wirst du in einem Jahr an einem ganz anderen Ort sein als jetzt. – Dies ein Bild, dass ich vor rund zwei Jahren in einem Standup Gottesdienst bekam. Ich liebte dessen Klarheit. Das zweite Bild eines grossen Segelschiffs nahm ich einfach zur Kenntnis, konnte aber nichts damit anfangen.
Ich erinnere mich noch, wie ich nach Hause fuhr und mir überlegte: Was wohl dieser ganz andere Ort sein würde? Und wie würde ich wohl dorthin kommen? Eine Coachingausbildung jedenfalls war es nicht. Das hatte mir Gott an diesem Abend ziemlich klar erklärt: „Du bist kein Coach. Zieh dir keine Rüstung an, die nicht passt. Wenn du sie anziehst, wird sie dich zurückhalten.“ Auch für andere Weiterbildungen fand ich keine Ruhe. Also behielt ich das Bild einfach im Hinterkopf.
Rund ein halbes Jahr später löste sich kurz vor meiner Reise nach Costa Rica meine Kleingruppe auf. Während ich in Costa Rica war, sah ich, dass die Stelle einer Arbeitskollegin ausgeschrieben war, und erfuhr, dass ihr gekündigt worden war. „Sei dir auch deiner Stelle nicht zu sicher .“ Dieser Gedanke blieb bei mir. Nach meiner Rückkehr merkte ich, dass sich in mir etwas von meinen Stellen und auch von meinem Wohnort gelöst hatte. Irgendetwas kündigte einen Umbruch an.
Auf dem Heimweg sagte ich einmal zu einem Kollegen: „Ich merke, dass vieles, was mir wichtig war, nicht mehr so wichtig ist. Und ich merke, dass es darum geht, dass ich lerne, dass Gott alles ist, was ich brauche.“ Wenige Tage später entschied mein erster Arbeitgeber, meine Stelle aufzulösen. Rund zwei Wochen später erklärte mein zweiter Arbeitgeber – völlig unabhängig davon –, dass sie meine Stellenprozente reduzieren wollten.
Es kommen ausgesetzte Stellen. Bleib nah bei Jesus. Dann bist du in einem Jahr an einem ganz anderen Ort als jetzt. Passender hätte es kaum sein können. Und ich war dankbar für diese klare Anleitung, was jetzt wichtig war. Und dann, in der Nacht nach der zweiten Kündigung, sah ich plötzlich dieses riesengrosse Segelschiff im Sturm. Jetzt begann Gott auch darüber in meine Situation hineinzureden.
Etwas mehr als ein Jahr später war ich wieder im Stand-up-Gottesdienst. Während der Anbetung verbrachte ich einfach Zeit mit Gott. Ich war nicht auf der Suche nach einer Antwort. Ich genoss einfach seine Gegenwart. Und plötzlich schmunzelte er mich von der Seite an und erklärte: „Wir sind da. An dem ganz anderen Ort als noch vor einem Jahr. Du hättest etwas anderes erwartet, nicht?“
Ja. Ich hatte tatsächlich etwas anderes erwartet. Aber dann verstand ich: Ich hatte gedacht, dieser „ganz andere Ort“ würde vor allem ein anderer äusserer Ort sein. Eine andere Arbeit. Eine andere Aufgabe. Vielleicht eine neue Richtung. Doch Gott wollte mich nicht einfach irgendwohin bringen. Er wollte mich hier haben. Allein mit ihm. Surreal aber ich genoss es sehr.


