Zwei Koffer und ein unbekannter Weg

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Kurz vor meiner Reise nach Costa Rica begann Gott mir zu sagen, dass ich zwei Koffer packen solle. Doch es ging dabei nicht um Costa Rica. Vielmehr stellte sich mir die Frage: Was würdest du mitnehmen, wenn du nur zwei Koffer zur Verfügung hättest? Nachdem ich diese zwei Koffer gepackt hatte, packte ich um für Costa Rica und reiste los.

Wieder zu Hause, mitten in den ausgesetzten Stellen meines Klettersteigs, kam derselbe Gedanke erneut: „Packe doch zwei Koffer.“ Ich nahm es zur Kenntnis, erzählte ein, zwei Freunden davon und ging weiter.

Eines Abends auf dem Heimweg kam der Gedanke wieder: „Packe doch zwei Koffer.“ Meine Antwort war: „Wenn du möchtest, dass ich zwei Koffer packe, dann sag mir doch, wohin du willst.“ In diesem Moment schaute ich nach rechts. In einem Schaufenster hing ein Plakat von Neuseeland. Ich erklärte Gott: „Wenn es dir wirklich wichtig ist, dass ich meine Koffer jetzt packe, dann brauche ich noch einmal eine Bestätigung.“ Als ich zu Hause ankam, hatte ich eine Nachricht einer Kollegin auf meinem Telefon: „Ich musste soeben daran denken, dass du zwei Koffer packen sollst. Hast du das schon gemacht?“

Neuseeland … Also wohl zu meinem Kollegen und Mentor. Doch gleichzeitig wusste ich: Das ist etwas, das ich mir selbst sehr wünsche. Gerade deshalb wollte ich nicht einfach meinem eigenen Wunsch folgen. Ich wollte Bestätigungen.

Am nächsten Tag war ich in meiner Kirche beim prophetischen Hören für Menschen. Auf dem Weg dorthin bat ich Gott, dass er die richtigen Menschen zu mir schicken solle. Als ich hinunterging, um die nächste Person abzuholen, stand dort ein junger Mann vor mir. Noch bevor er sich vorgestellt hatte, begann Gott, über ihn zu reden. Vieles von dem, was ich wahrnahm, erinnerte mich an meinen Mentor. Kurz darauf stellte er sich tatsächlich als Daniel vor. Etwas später erwähnte meine Kollegin die Schweiz und sagte, dass dies ja logisch sei. Er antwortete völlig unvermittelt: „Warum? Es könnte ja auch Neuseeland sein.“ Danach ging das Gespräch weiter, als wäre nichts Besonderes geschehen. Ich war sprachlos.

In den darauffolgenden Monaten begegneten mir immer wieder kleinere und grössere Zeichen. Für mich wurde zunehmend klar: Es geht nach Neuseeland. Gleichzeitig hatte Gott mir auch deutlich gemacht, dass er den Zeitpunkt bestimmt. Und dann erklärte er mir: „Du bist wie Elija, und Neuseeland ist dein Berg Horeb. Ich werde dir dort sagen, wie es weitergeht.“

An dieser Stelle kommt diese Geschichte mit meinem letzten Bericht zusammen. Am selben Abend, an dem ich mit Gott zusammensass und den Eindruck hatte, dass er mir sagte, dass ich nun dort sei, wo er mich haben wollte, gab er mir grünes Licht, die Reise nach Neuseeland zu planen.

Also buchte ich einen Flug, informierte meine Familie, Freunde und Kunden und initiierte dort, wo es nötig war, die Übergaben. Der Plan: drei Monate mit offenem Ausgang, was danach kommt. Die darauffolgenden Monate waren geprägt von Loslassen und Organisieren. Ich konnte meine Wohnung untervermieten. Mein Auto und mein Fahrrad fanden eine Gastfamilie. Und ich konnte meinen Hauptauftrag erfolgreich an einen Kollegen übergeben.

Am 23. September 2026 machte ich mich schliesslich mit meinen zwei gepackten Koffern auf den Weg nach Neuseeland. Viele haben mich gefragt: „Was machst du denn in Neuseeland?“ Meine Antwort: Konkret weiss ich es nicht. Ich starte bei meinem Mentor und seiner Familie. Es geht darum, zu reifen und zu wachsen und mich auf das neue Level des Unterwegsseins mit Gott vorzubereiten, das er angekündigt hat. Zwei Inputs begleiten mich darin besonders : The Art of War von Billy Alsbrooks und Muscle Memory: Training for the day of the Lord. Alles Weitere berichte ich euch gerne, wenn ich mehr weiss.

Denn am Anfang waren es einfach zwei Koffer. Eine Frage, die ich zunächst gar nicht verstanden habe: Was würdest du mitnehmen, wenn du nur zwei Koffer zur Verfügung hättest? Heute stehe ich hier – auf der anderen Seite der Welt – und merke: Es ging vielleicht nie nur darum, was in diese zwei Koffer hineinpasst. Es ging auch darum, was ich bereit bin zurückzulassen. Pläne. Sicherheiten. Vorstellungen davon, wie es weitergehen muss. Und vielleicht auch manches, woran ich festgehalten habe.

Mittlerweile bin ich in Neuseeland angekommen. Der Jetlag ist überwunden und ich komme langsam an. Jetzt beginnt für mich der Teil der Geschichte, den ich noch nicht kenne.

Und vielleicht ist genau das die Frage, die von meiner Geschichte bei dir hängen bleiben darf: Wärst du bereit, zwei Koffer zu packen, wenn Gott dich darum bitten würde – auch wenn du noch nicht weisst, wohin der Weg dich führt?

Durch den Sturm – angekommen

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Du bist auf einem Klettersteig. Es kommen jetzt dann bald sehr ausgesetzte Stellen. Wichtig ist, dass du immer am Seil (Jesus) gesichert bist. Dies tust du mit Anbetung, Gebet und Bibelstudium. Wenn es dir gelingt wirst du in einem Jahr an einem ganz anderen Ort sein als jetzt. – Dies ein Bild, dass ich vor rund zwei Jahren in einem Standup Gottesdienst bekam. Ich liebte dessen Klarheit. Das zweite Bild eines grossen Segelschiffs nahm ich einfach zur Kenntnis, konnte aber nichts damit anfangen.

Ich erinnere mich noch, wie ich nach Hause fuhr und mir überlegte: Was wohl dieser ganz andere Ort sein würde? Und wie würde ich wohl dorthin kommen? Eine Coachingausbildung jedenfalls war es nicht. Das hatte mir Gott an diesem Abend ziemlich klar erklärt: „Du bist kein Coach. Zieh dir keine Rüstung an, die nicht passt. Wenn du sie anziehst, wird sie dich zurückhalten.“ Auch für andere Weiterbildungen fand ich keine Ruhe. Also behielt ich das Bild einfach im Hinterkopf.

Rund ein halbes Jahr später löste sich kurz vor meiner Reise nach Costa Rica meine Kleingruppe auf. Während ich in Costa Rica war, sah ich, dass die Stelle einer Arbeitskollegin ausgeschrieben war, und erfuhr, dass ihr gekündigt worden war. „Sei dir auch deiner Stelle nicht zu sicher .“ Dieser Gedanke blieb bei mir. Nach meiner Rückkehr merkte ich, dass sich in mir etwas von meinen Stellen und auch von meinem Wohnort gelöst hatte. Irgendetwas kündigte einen Umbruch an.

Auf dem Heimweg sagte ich einmal zu einem Kollegen: „Ich merke, dass vieles, was mir wichtig war, nicht mehr so wichtig ist. Und ich merke, dass es darum geht, dass ich lerne, dass Gott alles ist, was ich brauche.“ Wenige Tage später entschied mein erster Arbeitgeber, meine Stelle aufzulösen. Rund zwei Wochen später erklärte mein zweiter Arbeitgeber – völlig unabhängig davon –, dass sie meine Stellenprozente reduzieren wollten.

Es kommen ausgesetzte Stellen. Bleib nah bei Jesus. Dann bist du in einem Jahr an einem ganz anderen Ort als jetzt. Passender hätte es kaum sein können. Und ich war dankbar für diese klare Anleitung, was jetzt wichtig war. Und dann, in der Nacht nach der zweiten Kündigung, sah ich plötzlich dieses riesengrosse Segelschiff im Sturm. Jetzt begann Gott auch darüber in meine Situation hineinzureden.

Etwas mehr als ein Jahr später war ich wieder im Stand-up-Gottesdienst. Während der Anbetung verbrachte ich einfach Zeit mit Gott. Ich war nicht auf der Suche nach einer Antwort. Ich genoss einfach seine Gegenwart. Und plötzlich schmunzelte er mich von der Seite an und erklärte: „Wir sind da. An dem ganz anderen Ort als noch vor einem Jahr. Du hättest etwas anderes erwartet, nicht?“

Ja. Ich hatte tatsächlich etwas anderes erwartet. Aber dann verstand ich: Ich hatte gedacht, dieser „ganz andere Ort“ würde vor allem ein anderer äusserer Ort sein. Eine andere Arbeit. Eine andere Aufgabe. Vielleicht eine neue Richtung. Doch Gott wollte mich nicht einfach irgendwohin bringen. Er wollte mich hier haben. Allein mit ihm. Surreal aber ich genoss es sehr.